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Themenheft: Reisen

    Mennos on Tour

    John Bergen erklärt, warum er mit den Mennos statt mit kommerziellen Reiseveranstaltern verreist

    Als ich gebeten wurde, für die jg einen Artikel zu diesem Thema zu schreiben, dachte ich mir im ersten Moment, daß es eigentlich recht schwer sei, diese Frage zu beantworten. Ich habe bis jetzt eigentlich noch nie so richtig darüber nachgedacht, da es seit der ersten Sommerfreizeit für mich ganz klar war, daß ich das nächste Mal wieder dabei sein würde. Es sind sehr viele Gründe, die für mich ausschlaggebend sind, aber ich denke, daß der wichtigste Punkt einfach nur die gute Erfahrung und der Spass mit den Mennos auf den Freizeiten ist.

    Junge Menschen und...

    Meiner Meinung nach ist das Verhältnis innerhalb der Gruppe auf einer Menno-Freizeit komplett anders als in anderen Gruppen und zwar in einer sehr positiven Art und Weise. Der Streß auf den Freizeiten ist für die Teilnehmenden eigentlich sehr gering: da so ziemlich alles geplant ist, muss man sich nicht darum kümmern, daß es läuft, außer bei der Gruppenbildung, denn da können die Mitarbeitenden (Mias) nicht viel machen. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, daß jede einzelne Person sein "eigenes Ich" zeigen kann, ohne Angst zu haben, von den anderen ausgegrenzt zu werden. Natürlich heißt das nicht, daß alle ganz prima untereinander auskommen und es keine Reibereien gibt, aber ich glaube, daß jeder eine Chance bekommt, sich zu integrieren. Welcher Reiseveranstalter kann behaupten, so etwas in seiner Reise "anzubieten"? Es gibt außerdem praktisch keine Langeweile, da das Programm sehr vielfältig ist und man sich mit den verschiedensten Dingen auseinander setzt und viele unterschiedliche Sachen gemacht werden. Sicher ist es etwas nervig, so früh aufstehen zu müssen. Aber ich denke, damit läßt es sich auch ganz gut leben, denn wenn man etwas früher aufsteht, hat man auch mehr vom Tag und die sowieso schon recht kurze Zeit würde mit langem Schlaf noch wesentlich kürzer werden. Vielleicht komme ich ja jetzt schon etwas zu sehr ins schwärmen, aber ich habe nun mal keine wirklich negativen Erfahrungen gemacht (außer manchmal etwas zu sehr an Vegetarier angelehntes Essen, einen nicht ganz so noblen Bus und den "Honk" im Haus zu haben). Es fällt sicherlich nicht jedem leicht, sich mit der Thematik während der Freizeit auseinander zu setzten und bei den Themenphasen etwas beizutragen, aber die Freizeiten bestehen ja nicht nur aus diesen Phasen, sondern sie haben viele verschiedene Gesichter und so kommt doch so ziemlich jeder Typ auf seine Kosten. Das geographische Ziel einer Freizeit ist für mich allerdings nicht so unwichtig, da ich ein sehr "sonnenverliebter" Mensch bin und im Sommer nicht gerne in langen Klamotten herumlaufe. Aber selbst wenn man nicht gerade im Süden ist, hat man noch eine Menge Spaß und es gibt eigentlich in jeder Gegend sehr nette Plätze, an denen man sich aufhalten kann und etwas neues zu Gesicht bekommt. Mit der Zeit lernt man die verwinkeltsten Gassen und Ecken verschiedener Länder kennen. Auf jeden Fall kommt es mir so vor, denn die "Quartiere" liegen (so war es jedenfalls bei mir) in der Regel relativ abseits, was nicht heißt, daß es dort "wie tot" sein muss. Da aber bei den Beschreibungen immer noch genug Platz für Phantasien ist, weiß man nie so recht, wo man genau unterkommt und wie es dort aussieht. Mir wurden für diesen Artikel einige Hilfsfragen gegeben, die mich auch an einen etwas kritischeren Punkt gegenüber Menno-Freizeiten bringen sollten. Aber wie schon gesagt, ich selbst habe keine negativen Erlebnisse und ich kann deshalb nur negative Kritik üben, wenn ich etwas "aus meinem eigenen Kopf raus schaue" und versuche, mir ein Gesamtbild zu machen, das etwas objektiver ist, falls das überhaupt möglich ist.... Die Freizeiten sind nicht so entspannend wie es bei anderem Urlaub der Fall ist und man muss auch öfters mal selbst anpacken, damit es zum Beispiel etwas zu essen gibt oder ein bunter Abend stattfinden kann. Aber ob das wirklich eine Kritik wert ist, bleibt doch noch eine ganz andere Frage, denn wenn man gar nichts selbst machen würde, könnte es auch gut passieren, daß man "einrostet" und alles ein wenig langsamer und vielleicht auch langweiliger von statten gehen würde.

    ...alte Busse

    Alles in allem sind Menno-Freizeiten für mich etwas sehr lobenswertes und man sollte schon mal mitgefahren sein, denn die Erfahrungen die man dort sammeln kann, sind doch sehr brauchbar im Alltag. Jedesmal wenn ich von einer Freizeit nach Hause komme, kann ich stundenlang Geschichten erzählen und mir geht es so gut, daß ich mir kaum vorstellen kann, daß ich die gerade erlebte Zeit irgendwie hätte besser nutzen können. Was mir auch sehr gut gefällt, was aber vielleicht nicht jeder erleben wird, ist, daß ich auf den Freizeiten, an denen ich teilgenommen habe, Freunde gefunden habe, die ich bestimmt mein ganzes Leben lang haben werde (ich glaube, die entsprechenden Personen wissen schon, wen ich meine). Wenn ich nun ein Fazit am Ende dieses Artikels ziehen sollte, könnte ich eigentlich nur sagen, daß ich froh bin, daß es diese Freizeiten gibt und daß ich allen danken möchte, die so etwas ermöglichen, denn es würde der Welt ganz schön was fehlen ohne "Mennos on Tour".

    John Bergen (Schüler aus Neuwied am Rhein)


Inhaltsverzeichnis des gesamten Themenheftes
Wenn einer eine Reise tut - Auf den Spuren mennonitischer Auswanderer in Uruguay und Paraguay Armin Dück
Mennos on Tour John Bergen
Zwischen Reiselust und Friedensarbeit - Ein Rückblick auf viele Reisen nach Polen Peter J. Foth
Urlaub in Polen Hartmut Driedger
Forum-Umfrage Claas Brouer, Christian Martens, Heike Schulz
Buchtip mit Verlosung: Franz Alt - Der ökologische Jesus Gerrit Wiebe
Kunterbunt Neuigkeiten und Termine aus der Menno-Szene
Die Gewaltspirale durchbrechen - Balkan-Erklärung der VDM VDM-Mitgliederversammlung



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