Katholiken

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    Eingeladen: Auf dem Katholikentag

    Zu Besuch bei einer anderen Konfession und mehr

    Letztes Jahr im Juni fand der Katholikentag in Hamburg statt. Eingeladen war auch die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen, zu der die Mennoniten auch zählen.

    Gemeinsam mit Christinnen und Christen anderer Konfessionen, betreuten Mitglieder der Hamburger Gemeinde einen Informationsstand in den Messehallen. Zunächst sind wir dort Methodisten, Baptisten und evangelischen Christinnen und Christen begegnet. Wie typisch. An diesem Stand trafen sich auf einen Kaffee "die Anderen". Und wo blieben die katholischen Brüder und Schwestern? Sie kamen; aber sie kamen nicht in großer Zahl. Typisch sicherlich für jede Konfession, dass sie zunächst einmal mit den eigenen Themen und Fragen beschäftigt ist. Da sind wir Mennoniten in diesem Fall dann exotische Wesen am Rande des großen Geschehens.

    Doch wenn Gespräche entstanden, wurde es immer spannend. Neugierig interessierten sich katholische Geschwister für unsere kleine Gemeinschaft, wie wir verfasst sind, was wir glauben und wo unser Kirchengebäude steht. Es war sicherlich gut, katholische Luft zu schnuppern; aber, um sich nähern zu kommen und sich kennen zu lernen bedarf es eines anderen Rahmens.

    Gelebtes Miteinander, aber weit weg von Rom

    Seit 1995 gibt es regelmäßige ökumenische Frauenwochenenden, die angestoßen wurden im Rahmen der Dekade der Kirchen in Solidarität mit den Frauen. Drei Pastorinnen (evangelisch, mennonitisch, reformiert) und eine Theologische Referentin (katholisch), gestalten gemeinsam Wochenenden. Wir laden jeweils fünf Frauen aus unseren Kirchen und Gemeinschaften ein, um uns und unsere konfessionellen Bindungen besser zu verstehen. Diese Wochenenden sind jedes Mal eine Bereicherung. Mir haben sie gezeigt, wie wenig wir von einander wissen.

    So manches Mal habe ich ein wenig neidvoll auf die Schätze der katholischen Tradition geschaut, z.B. auf die wertvollen Rituale, die den Alltag einer Katholikin durchziehen. Wie prägend sie das seit ihrer Kindheit begleitet hat, haben uns katholische Frauen dann erzählt. Wo wir uns mit etwas Zeit begegnen, da wird Glaube konkret und in einer Gemeinschaft geteilt.

    So auch in Lübeck bei der gemeinsamen Vorbereitung zu einem monatlich stattfindenden ökumenischen Abendgebet. Da gibt es immer Gespräche am Rande, über den Glaubensalltag mit seinen Mühen und Freuden. Bei allen Begegnungen wird immer wieder deutlich, unser gelebtes Miteinander ist oft sehr weit weg von Rom. Es gibt eben nicht die katholische Kirche, genauso wenig, wie es die Mennoniten gibt.

    Corinna Schmidt

    Mehr Informationen zu den Katholikentagen bietet die offizielle Website unter www.katholikentag.de


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